Sehenswürdigkeiten in München: Königsplatz

 
 
 
 
 

Sehenswürdigkeiten in München: Königsplatz

 
 
Der zwischen 1817 und 1862 im Münchner Stadtteil Maxvorstadt entstandene Königsplatz wurde von Karl von Fischer und später Leo von Klenze im Stil des europäischen Klassizismus nach dem Vorbild der Akropolis in Athen entworfen.

Von Kronprinz Ludwig (später König Ludwig I.) beauftragt, der Bayerns Verbundenheit mit Italien Ausdruck verleihen wollte, baute Karl von Fischer die königliche Strasse zwischen Residenz und Schloss Nymphenburg zur luxuriösen Hauptstrasse, der Briennerstrasse aus.
 
 
Um das starre Muster der Maxvorstadt zu unterbrechen, erweiterte er die Strasse und schuf somit Raum für einen Platz.

Der Königsplatz sollte nicht nur die Verbundenheit mit Italien zeigen, sondern auch ein Zentrum des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens werden. Zudem sollten Katholizismus, königliche Verwaltung und Militär eingebettet in ein grünes Umfeld mit vielen Bäumen und Rasen vereinigt werden. Der Königsplatz wurde von Leo von Klenze fertig gestellt, der das Konzept Karl von Fischers weitgehend beibehielt.
 
Koenigsplatz
 
Königsplatz
 
 
Die Aufteilung des Königsplatzes mit Tempelbauten an drei Seiten ist rein symmetrisch: Die Antikensammlung von Karl von Fischer mit korinthischen Säulen befindet sich im im Süden; im Norden ist die ähnlich aussehende Glyptothek von Leo von Klenze mit ionischen Säulen. Die Propyläen mit dorischen Säulen im Westen des Platzes wurden auch von Leo von Klenze nach dem Vorbild der Propyläen in Athen entworfen und stellen ein symbolisches Stadttor dar.
Die antike Gestaltung des Königsplatzes wird durch seine leichte Neigung zu den Propyläen hin unterstützt. Dadurch wird der Eindruck von Tempeln erweckt, die wie in Athen auf einem Hügel stehen.

Während der Nazizeit wurde der Königsplatz umgestaltet, d.h. Rasen und Bäume entfernt und der Boden mit rechteckigen Pflastersteinen aus allen Teilen des Deutschen Reiches bedeckt. Der Königsplatz diente nun als Exerzierplatz und für Treffen der NSDAP.
Im Zweiten Weltkrieg erlitten vor allem die Tempelbauten schwere Zerstörungen. Erst 1987/88 wurde der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt und die Pflastersteine der Nazizeit entfernt.